Das Coronavirus setzt der deutschen Wirtschaft zu.

Wie stark und wie lange ist gegenwärtig noch nicht belastbar abzuschätzen, weil noch keine aussagekräftigen konjunkturellen Daten verfügbar sind. Auch ist noch zu ungewiss, wie schnell und wie stark sich das Coronavirus verbreiten wird. Aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung muss aber mit relevanten konjunkturellen Auswirkungen gerechnet werden.

Am 13.03.2020 stellten Bundesfinanzminister Scholz und Bundeswirtschaftsminister Altmeier ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Abfederung der Auswirkungen des Corona-Virus vor. Die zentrale Botschaft, welche sich hinter den Aussagen unserer Bundesregierung verbirgt: Es ist genug Geld vorhanden, um die Krise zu bekämpfen und es werden alle notwendigen Maßnahmen ergriffen. Die folgenden Maßnahmen wurden beschlossen:

  • Das Kurzarbeitergeld wird flexibler. Unternehmen können es künftig unter erleichterten Voraussetzungen erhalten. So kann Kurzarbeitergeld unter anderem bereits dann beantragt werden, wenn zehn Prozent der Beschäftigten vom Ausfall betroffen sind.
  • Die Liquidität von Unternehmen wird durch steuerliche Maßnahmen verbessert. Zu diesem Zweck wird die Stundung von Steuerzahlungen erleichtert, Vorauszahlungen können leichter abgesenkt werden. Auf Vollstreckungen und Säumniszuschläge wird im Zusammenhang mit den Corona-Auswirkungen verzichtet.
  • Die Liquidität von Unternehmen wird durch neue, im Volumen unbegrenzte Maßnahmen geschützt. Dazu werden die bestehenden Programme für Liquiditätshilfen ausgeweitet und für mehr Unternehmen verfügbar gemacht, etwa die KfW- und ERP-Kredite.
  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesfinanzminister Scholz werden sich auch auf europäischer Ebene für ein koordiniertes und entschlossenes Vorgehen einsetzen. Die Bundesregierung begrüßt unter anderem die Idee der Europäischen Kommission für eine „Corona Response Initiative“ mit einem Volumen von 25 Milliarden Euro.

Die vollständigen Informationen zum beschlossen Maßnahmenpaket erhalten sie hier: externes pdf

Welche Schlussfolgerungen lassen sich aktuell ziehen und was können sie eventuell schon vorbereiten:

  1. Steuerliche Entlastung, wie zum Beispiel Herabsetzung oder Aussetzung laufender Vorauszahlungen zur Einkommens-, Körperschafts- und Gewerbesteuersteuer, oder Stundung fälliger Steuerzahlungen. ToDo: die entsprechenden Anträge können von den Unternehmen eingereicht werden, am einfachsten wird der Weg aber sicherlich über das Steuerbüro sein, da diese entsprechende Anträge digital einreichen können.
  2. Überbrückungshilfen wie KfW-Kredite, Bürgschaften und sonstige Finanzierungen: Hier wurde seitens der KfW Bankengruppen der Zugang zu vorhandenen Programmen erleichtert und ein extra „KfW-Sonderprogramm“ soll kurzfristig aufgelegt werden. Die KfW empfiehlt hier, sich entsprechend an die Hausbank bzw. seinen Finanzierungspartner zu wenden. ToDo: wichtig für die schnelle und erfolgreiche Beurteilung von Anfragen für die Begleitung einer Überbrückungsfinanzierung ist die Vorlage eines plausiblen Liquiditätsplans, aus welchem der erforderliche Kapitalbedarf hervorgeht. Wenn Sie hier Unterstützung benötigen, melden Sie sich bitte rechtzeitig, damit wir entsprechende Kapazitäten berücksichtigen können.
  3. Kurzarbeitergeld [KUG] Es sind Neuregelungen für das Kurzarbeitergeld (inkl. der vollständigen Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge) in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie geplant. ToDo: Derzeit sind die Gesetze noch nicht abschließend erlassen, daher sollten Sie bis zum 31.03. auf jeden Fall noch das Saison-KuG in Anspruch nehmen. Dann wird es hierzu sicherlich weiterführende Informationen geben. Vermeiden Sie eine zu frühzeitige Antragsstellung, damit nicht durch falsche oder unvollständige Anträge keine oder nur eine zu geringe Förderung gewährt wird.

Wenn Sie Fragen zu Ihrer individuellen Situation haben, können Sie sich natürlich auch gerne direkt mit uns in Verbindung setzen. Am einfachsten Schreiben Sie uns eine Mail (info@kullmann-meinen.de) und wir werden Sie dann entsprechend kontaktieren.

Wichtige Links und weiterführende Informationen:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
KfW Bankengruppe
Verband Deutscher Bürgschaftsbanken
Robert Koch Institut
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

[Autor: Jens Kullmann]